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Die Ereignisse in Hadersdorf am Kamp am 6. und 7. April 1945

Ein Jahr später: Exhumierung der Ermordeten

Zwei Jahre später: Der Prozess gegen einige Verantwortliche

Liste der 61 Opfer und deren Kurzbiografie

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Erinnern & Vergessen seit 1945

Pressespiegel

   

Offener Brief: Dr. Henryk Pieh, Gemeindearzt

Dr. med. Henryk Pieh
Gemeindearzt
3493 Hadersdorf/Kammern

Offener Brief anlässlich des Jahrestages des Massakers in Hadersdorf

Sehr geehrte Damen und Herren!

Gestatten Sie mir hiermit eine persönliche Stellungnahme zu den entsetzlichen Ereignissen des Jahres 1945 in Hadersdorf.

Es ist inzwischen den meisten bekannt, dass so furchtbare Verbrechen wie die am Kriegsende in Hadersdorf in den verbliebenen Angehörigen lebenslange Spuren hinterlassen.
Diese Wunden heilen, wenn überhaupt, dann nur sehr langsam und meist unvollständig aus.
Ereignisse von solcher Grausamkeit müssen deshalb unbedingt, wenn auch Jahrzehnte später, durch Menschlichkeit und Mitgefühl beantwortet werden.
Bei den in Hadersdorf ermordeten Personen, handelte es sich ja nicht um Verbrecher, sondern um politische Häftlinge aus der nationalsozialistischen Zeit. Also Menschen, die mit den Auswüchsen eines totalitären Regimes nicht einverstanden waren und für ihre Zivilcourage ihr Leben riskierten.

So ist es, meiner Meinung nach, die Aufgabe von uns allen, den Angehörigen der Opfer bei der Verarbeitung ihres schweren Schicksals größtmögliche Solidarität und Unterstützung anzubieten.
Ebenso ist es die Verpflichtung unserer Jugend klar zu sagen, dass sich Verbrechen jeder Art auf unserer Welt stets wiederholen, und wir mit allen Mitteln gegensteuern müssen.
Das Verstecken, Verdrehen und Verharmlosen der Geschichte sind keine guten Rezepte um Wiederholungen zu vermeiden.

Heute geht es nur mehr um eine würdige Geste der Menschlichkeit, da die Ereignisse des 7.Aprils 1945 nicht mehr rückgängig gemacht werden können.
Dies entbindet aber keinen von uns vor der Übernahme einer gewissen kollektiven Verantwortung und um klare Worte der Entschuldigung sowie großzügige Zeichen der Versöhnung zu setzten.

Ich wünsche dem Verein „Gedenkstätte Hadersdorf“ eine gute Lösung ihrer berechtigten Anliegen.

Dr. Henryk Pieh

Hadersdorf am 5.4.2007


     
 
           
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