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Die Ereignisse in Hadersdorf am Kamp am 6. und 7. April 1945

Ein Jahr später: Exhumierung der Ermordeten

Zwei Jahre später: Der Prozess gegen einige Verantwortliche

Liste der 61 Opfer und deren Kurzbiografie

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Pressespiegel

   

Augenzeugen berichten

Leopold Winkler, Hadersdorf am Kamp
Weinhauer
beobachtete das Massaker


Am Samstag nach Ostern befand ich mich im Garten der vom Friedhof etwa 20 Meter entfernt ist. Ich zerkleinerte Holz und hörte draußen Lärm. Ich hörte im Kommandoton Sätze wie „das muss rascher gehen“. Ich sah, dass geschaufelt wurde und trat näher und bemerkte 10 bis 15 SS-Männer hinter der Friedhofsmauer. Ich sah ein Maschinengewehr auf einer vier Meter hohen Böschung und einen SS-Mann daneben liegen. Neben ihm stand ein Posten unter Gewehr. Ich bemerkte nun an der Sohle der Böschung Zivilisten, die in Linien zu drei Gliedern, je 11 Mann, ausgerichtet standen. Sie standen still und waren militärisch durchgedeckt. Bei ihnen befand sich ein patrouillierender SS-Mann mit Pistole. Außerdem bemerkte ich noch schaufelnde Zivilisten gegenüber den Strammstehenden.

Ich fragte den Posten am MG, was das zu bedeuten habe, der sagt: „Hau ab, sonst kommst Du auch dran!“ Ich entfernte mich nun und sah von weitem zu. Ich bemerkte, wie die eben Grabenden von anderen abgelöst wurden. Inzwischen hatten sich viele Dorfbewohner in ihre Gärten begeben, da sie neugierig geworden waren. Ein Posten vertrieb sie. Ich sagte zu meiner Frau, ich glaube, dass sich die Zivilisten ihr eigenes Grab schaufeln müssen.

Nach meiner Jause ließ es mir keine Ruhe und ich begab mich wieder in den Garten, da ich Schüsse hörte, es dürfte etwa 17 Uhr gewesen sein. Ich sah nun wie zwei Zivilisten in eine Grube springen mussten und von einem SS-Mann erschossen wurden, vorher mussten sie noch aus einem Papiersack Kalk in die Grube schütten.

Zeugenvernehmung, Langenlois 21.11.1945

     
 
           
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