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Die Ereignisse in Hadersdorf am Kamp am 6. und 7. April 1945

Ein Jahr später: Exhumierung der Ermordeten

Zwei Jahre später: Der Prozess gegen einige Verantwortliche

Liste der 61 Opfer und deren Kurzbiografie

Augenzeugen berichten

Erinnern & Vergessen seit 1945

Pressespiegel

   

Hadersdorf 2008 - Gedenken das bewegt

Vor fast 200 Menschen fand am 6. April 2008 das Gedenken an die 61 Opfer des SS-Massakers von Hadersdorf am Kamp statt. Die Veranstaltung stand unter dem Schwerpunkt: "Erinnern an den europäischen Widerstand".

An ihr nahm eine große Gruppe von Hadersdorferinnen und Hadersdorfern teil, unter ihnen Pfarrer Mag. Franz Ofenböck und Gemeinderäte aller Fraktionen. Wienerinnen und Wiener waren angereist, Vertreter der Botschaften Griechenlands und Deutschlands, eine Abordnung des Verbands Hellenischer Vereine in Österreich, Abgeordnete zum Nationalrat, zum Bundesrat, Gemeinderäte aus der Region, Parteienvertreter, Vertreter von Gedenkinitiativen und der Präsident des Niederösterreichischen Landtags Ewald Sacher. Bundespräsident Dr. Heinz Fischer hatte den Ehrenschutz über die Veranstaltung übernommen.


Buchinger und Fasslabend am Wort
Sozialminister Dr. Erwin Buchinger (SP) hielt die Hauptansprache. Er betonte die Notwendigkeit, sich auch mit dem bedrückenden Teil von Geschichte auseinanderzusetzen - und aus ihr zu lernen: Verantwortung zu übernehmen, nicht einfach wegzuschauen, sondern eine Nein zu sagen, wo ein Nein notwendig ist.

Nach ihm sprach der Präsident der Politischen Akademie der ÖVP, Dr. Werner Fasslabend. Er bezeichnete es als „unfassbar, dass ein derartiges verbrecherisches System die Macht erreichen und eine Gewaltherrschaft ausüben konnte und Millionen Menschen aus rassischen oder politischen Gründen ermordete“ und rief dazu aus „aus der Geschichte zu lernen und zu verhindern, dass jemals wieder so etwas passiert“.

Coudenhove-Kalergi gedenkt
Anschließend gedachte die Journalistin Barbara Coudenhove-Kalergi der 61 Ermordeten: sie bezeichnete diese als „gewöhnliche tapfere Leute, Dreher, Bäcker, Eisenbahner - das sind unsere Leute, das sind unsere Toten“, so Coudenhove-Kalergi, die sich für eine Überwindung des „Vergessens und des Schweigens“ aussprach.

Gemeinderäte für Denkmallösung
Dr. Hans Urach, VP-Gemeinderat aus Hadersdorf, bekannte sich in seiner Rede zu seiner Tante Hedwig Urach, einer jungen Wiener Kommunistin, die als Widerstandskämpferin enthauptet wurde. Urach sprach sich für ein gemeinsames Gedenken und eine Lösung in der Denkmalfrage aus. So auch der Fraktionsführer der SP-Hadersdorf, Gemeinderat Alfred Kermer, er versprach „die Geschichte aufzuarbeiten und eine Erinnerung zu schaffen, um Hadersdorf-Kammern wieder ins richtige Licht zu rücken“.

Erinnerungen und 61 Windräder
An die Opfer des Massakers und deren Widerstand gegen das NS-Regime erinnerte Vera Albert. Sie las aus Briefen, die Alois Westermeier, ein in Hadersdorf ermordeter Antifaschist, aus der Haft geschrieben hatte, und erzählte über die Ermordeten und über den Widerstand gegen die nationalsozialistischen Besatzer in Griechenland, Jugoslawien und Tschechien.

Zum Abschluss des Gedenkens legten Vertreter des Verbands Hellenischer Vereine, der Botschaft Griechenlands und des Mauthausen Komitees Kränze am Hauptplatz nieder. Danach wurde eine Installation aus 61 Windrädern eröffnet, jedes von ihnen erinnerte an eines der Opfer. An diesem Sonntag mussten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Gedenkens die Windräder abbauen und mit heim nehmen, da es im Ort bis dato keine politische Mehrheit für ein Gedenkobjekt gibt, das 365 Tage im Jahr an die Opfer des NS-Terrors erinnert. Die Mandatare des Ortes haben aber angedeutet, dass sich das bald ändern könnte.
 

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