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Die Ereignisse in Hadersdorf am Kamp am 6. und 7. April 1945

Ein Jahr später: Exhumierung der Ermordeten

Zwei Jahre später: Der Prozess gegen einige Verantwortliche

Liste der 61 Opfer und deren Kurzbiografie

Augenzeugen berichten

Erinnern & Vergessen seit 1945

Pressespiegel

   

"Verreckt, verzagt" - verdrängt

09/05/2006 Der Standard   

Droß/Weitra/Fratres - 62 Jahre lang hatte der Schriftzug Zeit zu verblassen. "Nur der Feige ver...", stand über dem Eingang in das Wirtschaftsgebäude auf dem Areal des Herrschaftshofes in der Waldviertler Gemeinde Droß, in dem die Nationalsozialisten in den Jahren 1944 und 1945 rund 40 jüdische Zwangsarbeiter aus Ungarn untergebracht hatten.

"Ob das letzte Wort ,verreckt’ oder ,verzagt’ lautet, war am Ende nicht mehr eindeutig zu erkennen", schildert der Künstler Gregor Kremser. Festgestanden jedoch sei, "dass die Nazis den Spruch angebracht haben" - und dass es daher in der 700-Einwohnergemeinde noch Zeitzeugen der Internierungsaktion geben musste.

Diese Zeugen, die Opfer und ihre Nachkommen stehen im Mittelpunkt eines von 77 Projekten, die zwischen 12. Mai und 17. September 2006 im Rahmen des Waldviertel-Festivals durchgeführt werden. "Am 19. Mai stellt der Historiker Robert Streibel unsere Pläne im Droßer Kultursaal vor, anschließend wird diskutiert. Am 23. Juni sind alle Droßer und anderen Interessierten eingeladen, Erinnerungen an die Zeit des Kriegsendes in die Kulturhalle mitzubringen. Zwischen 8. und 10. September werden dann die Ergebnisse präsentiert", erläutert Kremser, der das "mutige Projekt" für den Verein "raumgreifend" leitet.

Die Furcht, die Droßer Vergangenheitsbewältigung könnte ebenso scheitern wie jene unlängst in Hadersdorf am Kamp, kämpft Kremser mit den Worten "Wir wollen nicht eskalieren" nieder. In Hadersdorf vereitelte der Bürgermeister vorerst die Initiative zur Anbringung einer Gedenktafel für 61 von den Nazis in den letzten Kriegstagen erschossenen politischen Häftlingen. "Wir hoffen sehr, dass der Droßer Ortschef Andreas Neuwirth in die Kulturhalle kommt", sagt Kremser.

Auch zwei weitere Projekte beim heurigen NÖ-Viertelfestival widmen sich regionalen jüdischen Schicksalen: Am 15. Mai starten in Weitra die "Ehrungen von LebensretterInnen aus dem Jahr 1945": von Waldviertlern, die einzelne der gegen Ende der Naziherrschaft zu hunderttausenden ermordeten ungarischen Juden retteten. Am 22. Juli dann geht es in Fratres bei "Eine ruhe.lose Geschichte" um die jüdische Vergangenheit der Waldviertler- und südmährischen Region. (bri) www.viertelfestival-noe.at

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