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Die Ereignisse in Hadersdorf am Kamp am 6. und 7. April 1945

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Wirbel um Gedenkstätte: Festakt wieder abgesagt

27/03/2006 NÖN   

MASSAKER / 61 Jahre nach der Ermordung politischer Strafgefangener in Hadersdorf durch die SS ist nun ein Streit über ein würdiges Gedenken entbrannt.

VON KARL PRÖGLHÖF

HADERSDORF / In den letzten Kriegswochen des Jahres 1945 wurden in Hadersdorf 61 aus der Haftanstalt Stein entlassene politische Häftlinge von SS-Einheiten gestellt und erschossen.

Ein Jahr lang wurde nun in der Marktgemeinde diskutiert, in welcher Form des Massakers gedacht werden soll. Geeinigt hat man sich - die NÖN berichtete - auf eine Gedenktafel beim Eingang zum Friedhof. Dem Verein "Gedenkstätte Hadersdorf", angeführt von Christine Pazderka, der Tochter eines Opfers, ist das zu wenig. Er kündigte für den Zeitpunkt der Gedenktafelenthüllung am 7. April eine Gegenveranstaltung an. Daher wurde der Festakt abgesagt, die Gedenktafel nicht in Auftrag gegeben. Geblieben ist die Gedenkmesse in der Kirche (18 Uhr).

"Wir bedauern, dass eine zeitgemäße Aufarbeitung des Massakers, wie sie in der ersten Arbeitskreissitzung in Angriff genommen wurde, kleinweise demontiert wird. Eine versteckte Tafel beim Friedhof ist nach einem Jahr Diskussion ein schwaches Ergebnis", beschwerte sich Vereinsobfrau Pazderka, dass weitere Punkte aus dem Konzept ihres Sohnes Gerhard wie eine Führung mit Zeitzeugen, die Markierung des letzten Weges der Gefangenen mit Kreide auf den Straßen und die Errichtung eines Mahnmales auf dem Hauptplatz nicht umgesetzt wurden.

Vizebürgermeisterin Liselotte Golda als Koordinatorin ist enttäuscht über das Ausscheren des Vereins aus der gemeinsam erarbeiteten Lösung: "Eine bestimmte Art der Aufarbeitung kann den Bürgern nicht vorgegeben werden, sondern muss so gestaltet werden, dass sie von ihnen akzeptiert, verstanden und nachhaltig der nächsten Generation weitergegeben werden kann."

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