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Die Ereignisse in Hadersdorf am Kamp am 6. und 7. April 1945

Ein Jahr später: Exhumierung der Ermordeten

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Pressespiegel

   

"Rücktritt? So was ist überhaupt lächerlich"

11/04/2006 Kurier   

HADERSDORF Den sofortigen Rücktritt von Bürgermeister und VP-Landtagsabgeordneten Bernd Toms fordern Christine Pazderka, Obfrau des Vereines Gedenkstätte Hadersdorf, und Thomas Huber, Landesgeschäftsführer der NÖ Grünen. Toms hatte ein illegal errichtetes Mahnmahl für 61 Ende des Zweiten Weltkriegs ermordete Menschen entfernen lassen. Toms dazu: "Lächerlich. Wenn ein Bezirkshauptmann ein illegales Bauwerk abreißen lässt, kann man ihn auch nicht zum Rücktritt auffordern."

Zur Vorgeschichte: Pazderka, Tochter eines der Opfer von damals, versucht seit Jahren in Hadersdorf, Bezirk Krems, eine Gedenkstätte zu errichten. Die soll das kleine Gedenkschild an der Friedhofskapelle ersetzen und alle Namen der Opfer tragen. Ein Jahr lang hatte Vizebürgermeisterin Lieselotte Golda in einem eigens gegründeten Ausschuss um eine Einigung gerungen. Doch die in der Gemeinde konsensfähige Variante - eine Tafel am Tatort Friedhof - reichte Pazderka nicht. Sie zog sich zurück, worauf Golda die Anfertigung der Tafel stoppte. Ergebnis: Die Gemeinde beging einen schlichten Gedenkakt in der Kirche, die Vereinsmitglieder und deren Anhäger enthüllten auf dem Hauptplatz - nahe dem Kriegerdenkmal - ein improvisiertes Mahnmahl (der KURIER berichtete).

UNTRAGBAR

Das ließ Toms wenig später entfernen und die mit Kreide auf den Gehsteig geschriebenen Opfer-Namen abwaschen. Für Pazderka eine Provokation. "Toms ist damit als Abgeordneter und Bürgermeister untragbar", stößt es auch Thomas Huber sauer auf.

Toms: "Ich bin in der Angelegenheit Behörde. Wann sehen die Leute endlich ein, dass sie im Unrecht sind. Das Denkmal haben sie ohne Bewilligung hingestellt. Und die Kreidebeschriftung habe ich vor dem Palmumzug entfernen lassen."

Das Interesse vieler Hadersdorfer hält sich in Grenzen. "Es gibt viel Wichtigeres", meinten viele auf Anfrage." Zahlreiche zugezogene Bürger haben keinen Bezug zu den Ereignissen zum Kriegsende. Namentlich will sich aber niemand nennen lassen. Außer Brigitte Britton: "Da haben beide Seiten Scheuklappen auf, sehen nur die eigenen Interessen", meint die Wirtin, deren Vater damals helfen musste, die Leichen zu entfernen, obwohl er mit der Tat nichts zu tun gehabt hätte.



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