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Die Ereignisse in Hadersdorf am Kamp am 6. und 7. April 1945

Ein Jahr später: Exhumierung der Ermordeten

Zwei Jahre später: Der Prozess gegen einige Verantwortliche

Liste der 61 Opfer und deren Kurzbiografie

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Erinnern & Vergessen seit 1945

Pressespiegel

   

Bedenken statt Gedenken

25/10/1997 Die Presse   

Hadersdorf ist ein geschichtsträchtiger Ort. Die Vergangenheit wühlt die Gegenwart auf; eine Gedenkveranstaltung an ein Massaker vor 52 Jahren hat bis heute nicht stattgefunden.

VON MICHAEL LOHMEYER -HADERSDORF. "Zum Gedenken an die Opfer des Massakers vom 7. 4. 45 - Mögen sie in Frieden ruhen!" Eine kleine Gedenktafel ist im Friedhof montiert, versteckt, meinen manche. Vielen, die wissen, was an jenem fernen Tag passiert ist, ist die Tafel zuviel. Jenen, die mit dem fernen Datum nichts anzufangen vermögen, ist die Tafel zuwenig. "Wir wollen nichts aufrühren", meint VP-Landtagsabgeordneter und Hadersdorfer Bürgermeister Bernd Toms. "Wir bedauern das sehr, was da damals passiert ist." "Damals" begann nicht am 7., sondern schon am 6. April 1945: 386 politische Gefangene wurden in der Strafanstalt Stein, keine zehn Kilometer von Hadersdorf entfernt, von den Nazis ermordet. 61 konnten fliehen. Die Freiheit endete jäh in Hadersdorf: Dort wurden sie aufgegriffen, eingesperrt und tags bei der Friedhofsmauer von den Nazis erschossen. Alois Westermeier war einer von ihnen. Christine Pazderka, seine Tochter, hat sich nicht für die neue Gedenktafel eingesetzt, sondern auch für eine Gedenkveranstaltung. Tatsächlich hat Pfarrer Franz Ofenböck eine solche angesetzt. Aus dem "GeDenken statt NachDenken" wurde freilich nichts: "Die Widerstände waren massiv", berichtet der Geistliche. Und deshalb hat es diese Veranstaltung bis heute nicht gegeben. Hinter Toms "Wir wollen nichts aufrühren" wähnt Pazderka indes mehr: "Meine 83jährige Mutter und ich wissen seit Jahrzehnten, daß es so läuft." In einem Briefwechsel habe ihr der VP-Bürgermeister mehrmals mitgeteilt, daß es keine Veranstaltung jedweder Art geben werde. Toms: "Wir haben der armen Teufel schon gedacht. Ich war sehr betroffen."

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