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Die Ereignisse in Hadersdorf am Kamp am 6. und 7. April 1945

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Pressespiegel

   

NS-Opfer: Grüne und SJ wollen Rücktritt von Bürgermeister

10/04/2006 NÖN Online   

Den Rücktritt des Bürgermeisters von Hadersdorf am Kamp (Bezirk Krems), LAbg. Bernhard Toms (V), hat die Sozialistische Jugend (SJ) am Montag gefordert.

Ins selbe Horn stießen auch die NÖ Grünen: " Toms ist als Landtagsabgeordneter und Bürgermeister untragbar." Anstoß der Forderungen war die Entfernung eines provisorisch errichteten Denkmals für 61 NS-Opfer, die Toms nach einer Gedenkveranstaltung am Freitag angeblich angeordnet hatte.

"Niemand soll das Lesen zu Ostern", soll Toms demnach gesagt haben, bevor er das Denkmal abtragen ließ. Überdies hätte die Feuerwehrjugend noch in der Nacht nach der Veranstaltung die mit Kreide auf die Straße geschriebenen Namen der 61 Ermordeten abwaschen müssen.

"Seine Vorgangsweise zeigt von einer unerträglichen Ignoranz und Respektlosigkeit gegenüber dem Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus", so die SJ in einer Aussendung. "Wenn ein ÖVP-Funktionär und Repräsentant Niederösterreichs die Zweite Republik derart verhöhnt, kann nicht einfach wieder zur Tagesordnung übergegangen werden", so der Landesgeschäftsführer der NÖ Grünen, Thomas Huber. Gefordert sei jetzt auch die VP-NÖ, "reinen Tisch zu machen und von Toms die notwendigen Konsequenzen einzufordern."

Das provisorische Denkmal war am Freitag enthüllt worden. Christine Pazderka, eine Angehörige eines Ermordeten und der Historiker Robert Streibel waren die Initiatoren dieser ersten Gedenkveranstaltung, an der rund 70 Menschen teilnahmen.

Am 7. April 1945 wurden in der Gemeinde Hadersdorf am Kamp 61 politische Häftlinge von einer SS-Einheit, unter Beihilfe Hadersdorfer NSDAP-Führer, erschossen. Sie waren Opfer der "Kremser Hasenjagd", einem blutigen Gemetzel, initiiert von NS-Treuen, nachdem der Leiter der Männerstrafanstalt Stein, Franz Kodre, unter dem Eindruck des bevorstehenden Kriegsendes Häftlinge entlassen hatte.

VP-Golda: "Denkmal hatte keine Genehmigung"

Im Streit um die Entfernung des provisorischen Denkmals für die NS-Opfer in Hadersdorf am Kamp (Bezirk Krems) hat Vizebürgermeisterin Lieselotte Golda (V) die Schritte von Bürgermeister Bernhard Toms (V) verteidigt: "Das Denkmal hatte keine Genehmigung, auch wurde kein Antrag zur Aufstellung eingebracht, daher diese Maßnahmen," sagte sie am Montag.

"Das Quaderförmige Denkmal ist nun sicher im Gemeindeamt verwahrt," so die Vizebürgermeisterin. Auch die Abwascharbeiten der Schriftzüge hätten sich anders als von SJ und NÖ Grünen dargestellt zugetragen: "Es ist zwar richtig, dass Herr Toms die Entfernung dieser in Auftrag gegeben hat. Allerdings wurde die Feuerwehrjugend dazu nicht gezwungen." Es habe sich dabei um einen Einsatz gehandelt, der im Zuge einer ohnehin fälligen Übung so vollzogen wurde. "Da war nichts beabsichtigt, sondern alles im Sinne der feuerwehrmäßigen Routine, das möchte ich ganz klar festhalten", sagte Golda.

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