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„Es geht hier nicht ums Geld“

21/05/2008 Bezirksblatt Krems   

Im Streit um eine NS-Opfer-Gedenkstätte am Hadersdorfer Hauptplatz wies Gerhard Pazderka die Vorwürfe des Bürgermeisters, der Verein würde Spendengelder oder Subventionen erhalten, vehement zurück.

HADERSDORF (law). In der Bezirksblätter-Ausgabe Nr. 16 vom 16.04.08 wurde über die Gedenkfeier des Vereins Gedenkstätte Hadersdorf berichtet und eine ausführliche Stellungnahme des Bürgermeisters Ing. Bernd Toms veröffentlicht. Darin warf Toms dem Verein um Gründerin Christine Pazderka und Sohn Gerhard Pazderka vor, Spendengelder der KPÖ und einige Förderungen zu erhalten.

In einem Bezirksblätter-Interview weist Gerhard Pazderka diese Vorwürfe eindeutig zurück: „Der Verein finanziert sich hauptsächlich aus den Eigenmitteln meiner Mutter. Wir haben noch niemals um irgendwelche Förderungen angesucht. Spenden bekommt der Verein hin und wieder, allerdings nicht von bestimmten Parteien sondern ausschließlich von Privatpersonen. Dem Verein geht es nicht ums Geld, sondern um Aufarbeitung und Wiedergutmachung.“

Hauptplatz: Teil der Geschichte
Derzeit gibt es eine kleine Gedenktafel für die 61 NS-Opfer am Hadersdorfer Friedhof. Der Verein fordert allerdings eine große Gedenkstätte am Hadersdorfer Hauptplatz, der - so Pazderka - ja wichtiger Teil der Hadersdorfer Geschichte sei.

Schließlich stünde auch ein großes Kriegerdenkmal mitten am Hauptplatz, das sogar erst vor wenigen Jahren renoviert worden sei. Dazu Pazderka: „Diese Renovierung hatte auch symbolische Bedeutung. Ich bin nicht gegen ein Kriegerdenkmal, aber ich finde, dass eine Gedenkstätte für die Nazi-Opfer am Hadersdorfer Hauptplatz ebenso wichtig ist, um die Jahre des Verdrängens und Vergessens wieder gut zu machen.“

Es geht nicht um Geld
„Bei dieser Debatte geht es nicht um Geld“, sagt Pazderka. Im Falle der Zustimmung des Bürgermeisters und der Gemeinde würde sogar das Land NÖ einen beträchtlichen Teil der Mittel, die zur Errichtung der Gedenkstätte nötig wären, zur Verfügung stellen. Auch ein Hadersdorfer Bürger würde gegebenenfalls 10.000 (!) Euro für diesen Zweck spenden.

Verhandlungen abgebrochen
Toms hatte dem Verein auch vorgeworfen, zwei Wochen vor einer gemeinsamen Veranstaltung zur Enthüllung eines größeren Denkmals am Friedhof eine eigene „Gegenveranstaltung“ abgehalten zu haben, bei der die Gemeinde nicht eingeladen war. Auch diese Vorwürfe weist Pazderka zurück und erklärt: „Die von der Gemeinde geplante Veranstaltung hätte ausschließlich in der Kirche in Form einer Messe stattgefunden. Da wir diese Form der Gedenkfeier aber nicht wollten, beschlossen wir die Gedenkveranstaltung anders zu gestalten und luden aber sehrwohl alle Gemeindevertreter ein.“ Seit damals, dem Jahr 2006, hatte die Gemeinde jegliche Verhandlungen abgebrochen. Auch das versprochene größere Denkmal am Friedhof kam nie.

Zukunft: Verein gibt nicht auf
„Auch in Zukunft werden wir unsere Gedenkveranstaltungen am Hadersdorfer Hauptplatz abhalten und für eine Gedenkstätte kämpfen“, so Gerhard Pazderka. Er hofft auf die Hilfe der Hadersdorfer Gemeinderäte Kermer und Urach, die ihre Unterstützung bei der letzten Gedenkfeier zusicherten.

Laura Weichselbaum

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