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„Mahnmal“ für SS-Opfer entfernt

10/04/2006 NÖN   

EKLAT / Nur wenige Stunden nach der Aufstellung ließ Bürgermeister Toms die Zeichen des Gedenkens an das Massaker wegräumen.

VON CHRIS LENEIS, KARL PRÖGLHÖF

HADERSDORF / Nach den Turbulenzen, wie des Massakers an 61 politischen Häftlingen durch die SS vor 61 Jahren gedacht werden sollte – die NÖN berichtete –, kam es wenige Stunden nach der Feier am Freitag zum Eklat: „Bürgermeister Landtagsabgeordneter DI Bernd Toms ließ“ – so die Initiatoren des Vereins „Gedenkstätte Hadersdorf – „das auf dem Hauptplatz in Nähe des Kriegerdenkmals aufgestellte provisorische Mahnmal wieder abtragen und die mit Kreide auf den Asphalt geschriebenen Namen der Opfer durch einen Einsatz der Feuerwehrjugend wegwaschen!“

Vereinsobfrau Christine Pazderka, die Tochter eines der Ermordeten, fordert nun den sofortigen Rücktritt von Toms: „Landeshauptmann Pröll ist jetzt gefordert, reinen Tisch zu machen und diesen Herrn aus der Politik zu entfernen. Was hier passiert, ist eine Verhöhnung der Zweiten Republik, da kann man nicht einfach wieder zur Tagesordnung übergehen.“

Toms war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Vizebürgermeisterin Liselotte Golda, die das Projekt ursprünglich koordiniert hatte, erklärte gegenüber der NÖN: „Für das Objekt, das im öffentlichen Raum aufgestelllt wurde, gibt es keine Genehmigung. Deshalb wurde es in das Feuerwehrhaus gebracht, wo es unbeschädigt abgeholt werden kann.“ Sie zeigt sich erschüttert über die „Hetze“, die nun seitens des Vereins betrieben werde.

An der Gedenkfeier hatten Landes- und Bundespolitiker wie Sozial-Landesrätin Christa Kranzl (SPÖ) sowie die Grün-Nationalratsabgeordneten Michaela Sburny und Elisabeth Kerschbaum teilgenommen, nicht aber offizielle Gemeindevertreter. Es gab 70 Teilnehmer, nur wenige davon aus Hadersdorf selbst. Die geplante Menschenkette vom Hauptplatz zum Friedhof kam deshalb nicht zustande. Das Gedenken der Gemeinde fand wie geplant in der Kirche statt. Daran hat auch Bürgermeister Bernd Toms teilgenommen.

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