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Die Ereignisse in Hadersdorf am Kamp am 6. und 7. April 1945

Ein Jahr später: Exhumierung der Ermordeten

Zwei Jahre später: Der Prozess gegen einige Verantwortliche

Liste der 61 Opfer und deren Kurzbiografie

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Pressespiegel

   

Eine ÖVP-Eminenz

KW16/2008 deranwalt.at   

Es werden wohl diesmal an die 300 Teilnehmer/innen gewesen sein, am Sonntag vor einer Woche in Hadersdorf am Kamp, wo es zwar das obligatorische Kriegerdenkmal gibt, aber nach wie vor keine Gedenkstätte für jene 61 politischen Häftlinge aus Krems-Stein, die in den letzten Kriegstagen von der SS an der Friedhofsmauer erschossen wurden ( http://www.gedenkstaette-hadersdorf.at/ ).

Obwohl die Gedenkveranstaltung am malerischen Hauptplatz stattfand, war auch diesmal kein Strom fürs Mikrophon zu bekommen, und die 61 in den Rasen gesteckten Windräder mußten am Ende wieder mitgenommen werden; im Jahr davor hatte nämlich der ÖVP-Bürgermeister gleich nach der Veranstaltung die Jungfeuerwehr ausgeschickt, um die mit Kreide auf den Asphalt gemalten 61 Namen wieder wegzuwaschen.

Neu war diesmal aber, daß sich aus den anwesenden Hadersdorfer Gemeinderäten spontan zunächst ein SPÖ-Gemeinderat und schließlich auch noch ein ÖVP-Gemeinderat zu Wort meldeten, wobei insbesondere dem letzteren die Gemütsregung deutlich anzumerken war. Beide haben unter dem Applaus von uns Auswärtigen versprochen, sich für die Schaffung einer Gedenkstätte einzusetzen.

Der Zufall wollte es, daß ich nach Ende der Veranstaltung neben jenen beiden Gemeinderäten zu stehen kam, als eine aus Wien angereiste (unnatürlich braungebrannte) graue ÖVP-Eminenz dazugesellte und sich zunächst bei beiden Rednern für deren Worte bedankte. Und zu "seinem" Gemeinderat gewandt, dem sichtlich unwohl war ("bis Mittwoch wird bei mir das Telefon ganz sicher heißlaufen"), sinngemäß folgendes sagte:

Er, die unnatürlich braungebrannte graue ÖVP-Eminenz, halte eigentlich von diesem ganzen Vergangenheitsbewältigungsgetue auch nicht sooo viel, aber was ihn doch sehr gestört habe, sei die negative Erwähnung der ÖVP in der Presseaussendung des Gedenkvereins gewesen, und deshalb hoffe er doch, daß hier endlich eine Lösung gefunden werde ...

Na schau.
Man sollte nie die Macht des geschriebenen Wortes unterschätzen, gerade bei jenen, die im Kampf um die Wählergunst ständig prüfend den Finger in den Wind halten.

Vielleicht gelingt mir ja soetwas auch einmal mit einer meiner Aussendungen ;-)

RH

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