[Besucherinformation] [Kontakt]
 

Die Ereignisse in Hadersdorf am Kamp am 6. und 7. April 1945

Ein Jahr später: Exhumierung der Ermordeten

Zwei Jahre später: Der Prozess gegen einige Verantwortliche

Liste der 61 Opfer und deren Kurzbiografie

Augenzeugen berichten

Erinnern & Vergessen seit 1945

Pressespiegel

   

"Gedenkstätte - Hadersdorf am Kamp" erinnert an 7. April 1945

17/11/2005 APA   

SS ermordete 61 politische Häftlinge an Friedhofsmauer der Gemeinde - Historiker Robert Streibel: "Solch eine Thematik nicht unter den Tisch kehren".

Im Rahmen einer Informationsveranstaltung mit anschließender Diskussion hat gestern, Mittwoch, der Verein "Gedenkstätte - Hadersdorf am Kamp" das Massaker vom 7. April 1945 thematisiert. Damals waren 61 politische Gefangene aus der Haftanstalt Stein an der Friedhofsmauer der niederösterreichischen Gemeinde von der SS erschossen worden.
Die Ermordung geschah unter Beihilfe der lokalen NSDAP-Führer. Die Ermordeten waren Opfer der berüchtigten "Kremser Hasenjagd", einem Verbrechen, das von NS-Treuen initiiert worden war. Zuvor hatte der Leiter der Strafanstalt Stein, Franz Kodre, die Gefangenen entlassen.
"Das Morden geschah nicht irgendwo, sondern mitten unter uns. Bei der Kremser Hasenjagd entwickelte sich ein entfesseltes Morden, wie es uns sonst nur aus Filmen bekannt ist. Diese Thematik unter den Tisch zu kehren, und endlich Ruhe geben, wie es sich viele vielleicht denken, ist nicht der richtige Schritt", meinte Historiker Robert Streibel. Er fügte hinzu, dass mit einer entsprechenden Gedenkstätte in Hadersdorf den Opfern gedacht werden müsse.
Besonders beklemmend für die rund 200 Gäste wirkten die Schilderungen des damaligen Augenzeugen Felix Fenz, der die Gräueltat als Bub miterlebt hatte. "Ich sah noch eine kleine Gruppe an Männern vom Friedhof flüchten, die SS schoss sofort und erwischte die Flüchtigen," so der Pensionist. Rund um die Frage nach der Errichtung eines Standortes, um die Ermordeten und die Handlungen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, erklärte Vizebürgermeisterin Lieselotte Golda: "Die Verhandlungen dafür verlaufen positiv".
Die anschließende Diskussion stand besonders unter dem Aspekt, die nationalsozialistischen Verbrechen, unabhängig davon an welchen Ort diese stattgefunden hatten, nicht totzuschweigen. Besonders jüngere Teilnehmer wiesen auf ihre Verpflichtung diesbezüglich hin. "Wir haben die Verantwortung, Geschehenes aufzunehmen, zu hinterfragen und der Nachwelt zu übermitteln", sagte ein 23-jähriger Anwesender. (Schluss) buc/mk


 älterer Artikel

neuerer Artikel   

 
           
        Impressum