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Die Ereignisse in Hadersdorf am Kamp am 6. und 7. April 1945

Ein Jahr später: Exhumierung der Ermordeten

Zwei Jahre später: Der Prozess gegen einige Verantwortliche

Liste der 61 Opfer und deren Kurzbiografie

Augenzeugen berichten

Erinnern & Vergessen seit 1945

Gedenken 2013

Lieder erinnern an SS-Massaker von Hadersdorf

Jugendliche forschen über NS-Zeit

   

Erinnern in Paudorf-Göttweig

Es sei schon alles mehr als zehn Jahre her, so etwas könnte man heute nicht mehr machen, da die Zeitzeugen schon verstorben seien, meint Pater Udo Fischer, der Pfarrer von Paudorf. Das was Fischer und die Pfarrgemeinde der Pfarre Paudorf-Göttweig gemacht haben, ist einiges - doch nun der Reihe nach: Als sich die Tore der Strafanstalt Stein am 5. und 6. April für die dort gefangenen Widerstandskämpfer öffneten, versuchten sich manche nach Wien durchzuschlagen, viele von ihnen wurden in Hadersdorf am Kamp ermordet, andere überquerten die Donau und wollten, der Landstraße oder den Geleisen der Bahn folgend, nach St. Pölten gelangen.


Auf dem Weg fielen sie Einheiten des Volkssturms, der Hitlerjugend, NAPOLA-Schülern aus Göttweig und der SS in die Hände, die die entlassenen Männern an Ort und Stelle ermordeten - an die 100 Menschen sind bei diesen Massakern südlich der Donau umgekommen. Pater Udo und die Pfarrgemeinde von Paudorf-Göttweig haben sich in der Broschüre "Erinnerungen 1914-1947" (Herausgeber: Pfarrgemeinderat der Pfarre Paudorf-Göttweig, Paudorf, 1995) dem furchtbaren Ereignis angenommen und das Geschehene rekonstruiert: An zumindest sechs Orten im Gebiet der Pfarrgemeinde wurden um die 60 entlassene Widerstandskämpfer ermordet und dann an Ort und Stelle verscharrt. Den Erinnerungen zufolge, liegen sie heute noch dort vergraben. Die Broschüre der Pfarrgemeinde erzählt vom Geschehenen und erinnert auch an die Hörfarther Familie Graf, die zwei der ehemaligen politischen Häftlingen aus der Strafanstalt Stein vor der SS versteckte, mit Nahrung versorgte und so deren Leben rettete.


Auf Initiative der Pfarrgemeinde und unter Mitwirkung des Paudorfer Bürgermeisters Karl Brugger wurden 1996 an einem Bildstock und an einer Kapelle zwei Gedenktafeln angebracht und festlich eingeweiht, die an die NS-Massaker vom 6. April 1946 hinweisen. Bis heute erinnert das Pfarrblatt der Gemeinde Paudorf-Göttweig alljährlich im April an die Morde und an das mutige Handeln der Familie Graf. Ein wichtiger Beitrag gegen das Vergessen!

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