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Friedrich STILLNER
Friedrich STILLNER war Werkzeugmacher in den Brown Boveri-Werken in Wien-Favoriten. Stillner tritt vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten nie politisch auffällig in Erscheinung. Der Metallarbeiter nimmt sich kein Blatt vor den Mund, zu den Lehrbuben sagte er: „Jetzt habt's ihr den Hitler, jetzt gibt's bald an Krieg. Ihr wert's scho sehn wia's noch an Joah ausschaut" Als anlässlich des Einmarsches der deutschen Truppen in der Tschechoslowakei deutsche Soldaten im Hof der Brown Boveri Scheinwerfer aufstellen, verhöhnte er diese als Piefke und Marmeladinger und meinte „wenn i de siach hob i scho gfressn". Wehrmachtsberichte bezeichnete er als Lügen, weil sie eigene Verluste in Wirklichkeit herunter spielen, Filme der Wochenschau hält er für „gestellt“. Friedrich Stillner wird im Herbst 1941 festgenommen und der kommunistischen Betriebszelle der Brown Boveri-Werke zugerechnet, am 5. 1. 1943 verurteilte ihn die NS-Justiz wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" zu 10 Jahren Zuchthaus.

Geburtsdatum 6.8.1897
Nationalität: Österreich
Beruf: Werkzeugmacher
Familienstand: verheiratet
Letzte Addresse: Leopoldauerstr. 112, 1210 Wien
Obduziert am 15.3.1946
Todesursache: Brustschuss/Herzlähmung
Foto und Text: Erkennungsdienstliche Kartei der Gestapo Wien, publiziert vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, Wiener Stadt- und Landesarchiv, in der Datenbank "Nicht mehr anonym"

 
 
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