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Die Ereignisse in Hadersdorf am Kamp am 6. und 7. April 1945
Ein Jahr später: Exhumierung der Ermordeten
Zwei Jahre später: Der Prozess gegen einige Verantwortliche
Liste der 61 Opfer und deren Kurzbiografie
Augenzeugen berichten
Erinnern & Vergessen seit 1945

Gedenken 2013
Lieder erinnern an SS-Massaker von Hadersdorf
Jugendliche forschen über NS-Zeit




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Augenzeugen berichten
Richard Winter, Wien
ehem. Direktor der Julius-Meinlwerke
entging knapp dem Massaker
Ich wurde am 6.4.1945 mit meinen Kameraden Kuchelbacher, Stelzhammer und Nowatschek aus Stein entlassen. Vor Hadersdorf am Kamp wurden wir von einem SS-Posten zur Ausweisleistung angehalten, der uns dann aber weiterziehen ließ. Gleich daraufhin hielt uns ein zweiter SS-Mann an und als Herr Nowatschek ihm sagte, dass wir aus Stein kommen, meinte er „Aha, auf Euch warten wir schon.“ Er führte uns in den Hof eines Gasthauses in Hadersdorf, wo bereits andere Häftlinge untergebracht waren und abends wurden wir in den Gemeindearrest gesperrt.
Am Morgen des nächsten Tages wurde der Gemeindekotter aufgemacht, wir durften etwas austreten und da kam Kuen. Als ich hörte, dass er der Ortsgruppenleiter sei, habe ich gedacht, dass er unsere Entlassung veranlassen könne und habe, da ich selber keinen ordentlichen Entlassungsschein aus Stein, sondern nur ein Ausweispapier für das Militär hatte (ich war damals als wehrunwürdig erklärt) Herrn Kuchelbacher vorgeschoben, der ausführlich mit Kuen gesprochen hat. Kuchelbacher sagte nachher aber: „Mit dem Mann ist nichts zu machen, da können wir nicht auf eine Entlassung rechnen.“ Gegen halb Eins mittags sah ich dann den Hilfsaufseher Janitschek aus Stein mit seinem Fahrrad auf der Straße vorüber fahren. Diesen haben wir heran gerufen, haben ihn unsere Entlassungsscheine gezeigt und schließlich ließ er uns weiter ziehen. Janitschek ist uns noch einmal mit dem Rad nachgekommen und fragte, ob auch der Vierte von uns, einen Entlassungsschein habe und ließ uns, als er sich davon überzeugte, dass wir alle einen Schein hatten, weiter gehen.
Hauptverhandlung am Volksgericht Wien, Zeugenaussage, 28. März 1947
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