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Die Ereignisse in Hadersdorf am Kamp am 6. und 7. April 1945

Ein Jahr später: Exhumierung der Ermordeten

Zwei Jahre später: Der Prozess gegen einige Verantwortliche

Liste der 61 Opfer und deren Kurzbiografie

Augenzeugen berichten

Erinnern & Vergessen seit 1945

Gedenken 2013

Lieder erinnern an SS-Massaker von Hadersdorf

Jugendliche forschen über NS-Zeit

   

Parteien und Vergangenheit

Veranstaltungsort: Wien
Termin: 01.03.2007 - 03.03.2007
Beginn: 14:00

Spätestens seit Beginn der 1990er Jahre hat das Thema „Gedächtnis und Erinnerung“ Konjunktur. Von politischem Interesse sind auf die Vergangenheit bezogene Fragestellungen schon allein deswegen, weil der öffentliche Umgang mit und Debatten über Geschichte auch als Kampf um Deutungshoheit interpretiert werden kann.

Damit rücken nicht nur gedächtnispolitische Diskussionen, sondern auch politische Rituale (etwa Gedenktage) und Manifestationen von Erinnerung im öffentlichen Raum (etwa Gedenkstätten, Denkmäler, Mahnmale oder Ausstellungen) ins Blickfeld. Zugleich eröffnet sich eine Perspektive auf die politische Funktionalisierung von Erinnerung, wenn etwa politische Ideen und Interessen, Programme und Entscheidungen durch Referenz auf ausgewählte Bezugspunkte der Vergangenheit legitimiert werden oder der Versuch unternommen wird, damit kollektive Identität zu stiften. In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage nach den politischen Akteuren (z.B. Parteien), die einen teilweise sehr selektiven Umgang mit Vergangenheit pflegen.

Das Thema „Parteien und Vergangenheit“ wird bei diesem Seminar daher von zwei Blickwinkeln her beleuchtet:

Zum einen geht es um Österreich, hier in erster Linie um SPÖ und ÖVP und deren Umgang mit der (vor allem) nationalsozialistischen Vergangenheit. Bei der SPÖ werden in diesem Zusammenhang zunächst die „braunen Flecken“ assoziiert, bei der ÖVP die mögliche Kontinuität des Antisemitismus (Kunschak, Waldheim-Affäre). Ebenso thematisiert werden die Haltung von ÖVP bzw. SPÖ zum Austrofaschismus, speziell die Erinnerung an Engelbert Dollfuß. In einem zweiten Teil werden – getrennt von den Parteien im engeren Sinn – einige Beispiele von Erinnerung näher diskutiert (z.B. Gedenkstätte Hadersdorf am Kamp/NÖ; Mahnmal für NS-Opfer in Molln/OÖ; Denkmal zur Erinnerung an die Opfer des Novemberpogroms in Innsbruck).
Der zweite Schwerpunkt des Seminars betrifft die Fragestellung „Parteien und Vergangenheit“ in Polen, Ungarn und Deutschland. Alle drei Staaten sind - in unterschiedlicher Weise - mit dem Problem der Auseinandersetzung mit zwei belasteten Vergangenheiten, der nationalsozialistischen und der kommunistischen (insbesondere der stalinistischen) konfrontiert.

Ziel des Seminars ist, die parteipolitische Wahrnehmung von Vergangenheit zu thematisieren und dabei zu versuchen, die Erinnerung an die für das Europa des 20. Jahrhunderts zentralen Aspekte Nationalsozialismus bzw. Kommunismus zu beleuchten und kritisch zu hinterfragen.

Seminarleitung

- a.Univ.Prof.Mag.Dr. Reinhold Gärtner
Institut für Politikwissenschaft, Universität Innsbruck; seit 1986 tätig in der LehrerInnenfortbildung (politische Bildung)
Forschungsschwerpunkte: Rechtsextremismus; Rassismus und Minderheitenpolitik, Politisches System Österreich
- Mag.Dr. Karin Liebhart
Institut für Politikwissenschaft, Universität Wien, Erfahrungen in der Erwachsenenbildung seit Mitte der 80er Jahre.
Forschungsschwerpunkte: Politisches Gedächtnis, Politischer Kultur- u. Systemvergleich, Europäischer Integrations- und Erweiterungsprozess, Gender Studies

Teilnahmegebühr
Teilnahmegebühr: 70€ (inkl. Seminarunterlagen)

Anmeldung
Elisabeth Nadlinger
Telefon: +43 (0)2732 893-2181
Fax: +43 (0)2732 893-4180
E-Mail: elisabeth.nadlinger@donau-uni.ac.at
Adresse:
Donau-Universität Krems
Department Politische Kommunikation
Dr.-Karl-Dorrek-Straße 30
A-3500 Krems

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